Wie berechnet man den U-Wert? So funktioniert der Rechner
- 1Wählen Sie das Bauteil: Außenwand, Dach, Boden oder eine Wand bzw. Decke gegen einen unbeheizten Raum. Die Wärmeübergangswiderstände werden passend eingetragen.
- 2Tragen Sie die Schichten von innen nach außen ein: Baustoff wählen (der typische λ-Wert erscheint) und Dicke eingeben. Kennen Sie den λ-Wert Ihres Produkts, überschreiben Sie ihn.
- 3Nicht benötigte Schichten bleiben leer oder auf „Keine Schicht“.
- 4Wählen Sie eine Anforderung – GModG (GEG) Anlage 7 oder die Regeln in England, den Niederlanden und Frankreich – oder einen eigenen Wert: Sie sehen, ob das Bauteil sie erfüllt und wie viel Dämmung fehlt.
- 5Optional: Fläche und Temperaturunterschied eingeben, um den Wärmestrom durch das Bauteil zu sehen.
U-Wert-Formel nach DIN EN ISO 6946
- 01R einer Schicht = Dicke (m) ÷ λ (W/mK)
- 02R = R1 + R2 + … (Wärmedurchlasswiderstand der Schichten)
- 03R_T = Rsi + R + Rse
- 04U = 1 ÷ R_T (W/m²K)
- 05Wärmestrom = U × Fläche × Temperaturunterschied (W)
Jede Schicht bremst die Wärme umso mehr, je dicker sie ist und je kleiner ihre Wärmeleitfähigkeit λ: 140 mm EPS mit λ 0,035 ergeben R = 0,14 ÷ 0,035 = 4,0 m²K/W, 175 mm Kalksandstein mit λ 0,99 nur 0,18. Die Widerstände aller Schichten werden addiert, dazu kommen die beiden Wärmeübergangswiderstände an den Oberflächen nach DIN EN ISO 6946: innen 0,13 an Wänden, 0,10 unter Dächern, 0,17 über Böden, außen 0,04. Der U-Wert ist der Kehrwert der Summe.
Je kleiner der U-Wert, desto weniger Wärme geht verloren. Er gibt die Watt pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied an: Eine Wand mit U = 0,24 verliert bei 20 K Unterschied 0,24 × 20 = 4,8 W je m². Das GModG (früher GEG) begrenzt den U-Wert, wenn Sie ein Bauteil im Bestand erneuern – für Außenwände auf 0,24 W/(m²K).
Das ist das einfache Verfahren für Schichten, die über die ganze Fläche gleich sind. Wo Sparren, Ständer oder Anker die Dämmung durchdringen, mittelt die Norm die Wärmewege und rechnet Zuschläge; Energieberater und Dämmstoffhersteller erledigen das im Nachweis. Das Ergebnis hier ist der günstigste Fall im Gefach.
Beispiel: U-Wert einer Außenwand berechnen
Eine Außenwand aus 15 mm Gipsputz, 175 mm Kalksandstein, 140 mm EPS-Dämmung (λ 0,035) und 10 mm Außenputz hat die Schicht-Widerstände 0,029 m²K/W, 0,177 m²K/W, 4 m²K/W und 0,01 m²K/W.
Mit Rsi 0,13 m²K/W und Rse 0,04 m²K/W ergibt sich R_T = 4,39 m²K/W und ein U-Wert von 0,228 W/m²K.
Anlage 7 des GModG verlangt bei der Außenwand höchstens 0,24 W/m²K – die Wand erfüllt das. Bei 10 m² Wandfläche und 20 K Temperaturunterschied fließen 46 W hindurch.
Tipps vor dem Kauf
- Nehmen Sie λ vom Produkt: Dämmstoffe werden in Wärmeleitstufen (WLS 032, 035, 040 …) gehandelt, und zwei ähnlich aussehende Platten können sich um 20 % unterscheiden.
- Die Dämmung macht den Unterschied. Dickeres Mauerwerk verbessert den U-Wert kaum; schon 4 cm mehr Dämmung bringen oft mehr als die ganze Wand.
- Bei der Innendämmung von Außenwänden besteht Tauwassergefahr. Lassen Sie den Feuchteschutz (Glaser-Verfahren oder hygrothermische Simulation) von einer Fachperson prüfen.
- Für Förderung (BEG) und Nachweis brauchen Sie einen Energieeffizienz-Experten; viele Dämmstoffhersteller rechnen U-Werte samt Wärmebrücken kostenlos.
- Bei Holzbauteilen gehört die Dampfbremse auf die warme Innenseite – sorgfältig verklebt, sonst nützt die beste Dämmung wenig.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den U-Wert?
Teilen Sie die Dicke jeder Schicht in Metern durch ihren λ-Wert, addieren Sie die Ergebnisse, zählen Sie die Wärmeübergangswiderstände dazu (bei einer Wand 0,13 + 0,04) und bilden Sie den Kehrwert. Eine Wand mit R = 4,22 m²K/W hat R_T = 0,13 + 4,22 + 0,04 = 4,39 und U = 1 ÷ 4,39 = 0,23 W/(m²K).
Welchen U-Wert muss eine Außenwand nach GEG haben?
Wenn Sie eine Außenwand im Bestand erneuern, dämmen oder neu verputzen, darf sie nach Anlage 7 des GModG (früher GEG) höchstens U = 0,24 W/(m²K) haben. Für Steildächer und oberste Geschossdecken gelten 0,24, für Flachdächer 0,20, für Kellerdecken und Wände gegen unbeheizte Räume 0,30. Für Neubauten wird das ganze Gebäude über den Referenzgebäude-Nachweis bewertet.
Was ist der Unterschied zwischen U-Wert und R-Wert?
Der R-Wert (Wärmedurchlasswiderstand) gibt an, wie stark eine Schicht die Wärme bremst – je höher, desto besser. Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme durch das ganze Bauteil geht – je niedriger, desto besser. Es gilt U = 1 ÷ (Rsi + R + Rse).
Wie dick muss die Dämmung für einen U-Wert von 0,24 sein?
Rechnen Sie 1 ÷ 0,24 = 4,17 m²K/W, ziehen Sie Rsi, Rse und den R-Wert der übrigen Schichten ab und multiplizieren Sie den Rest mit λ. Bei einer 17,5-cm-Kalksandsteinwand mit 15 mm Innen- und 10 mm Außenputz sind 0,13 + 0,029 + 0,177 + 0,01 + 0,04 = 0,39 m²K/W schon da, es fehlen also 3,78 – mit WLS 035 sind das 3,78 × 0,035 = 0,13 m, in der Praxis eine 14-cm-Platte. Der Rechner zeigt die fehlende Dämmstärke direkt an.
Welche Wärmeübergangswiderstände gelten?
Nach DIN EN ISO 6946: innen 0,13 m²K/W bei horizontalem Wärmestrom (Wände), 0,10 bei Wärmestrom nach oben (Dächer, Decken) und 0,17 nach unten (Böden); außen 0,04. Gegen unbeheizte Räume wird auf beiden Seiten der Innenwert angesetzt, etwa 0,17 und 0,17 bei der Kellerdecke.
Wie gut ist ein U-Wert von 0,20?
Sehr gut für eine Wand im Bestand – er liegt unter der Anforderung des GModG von 0,24. Ungedämmte Ziegelwände haben 1,0 bis 1,5 W/(m²K), Passivhäuser liegen bei etwa 0,10 bis 0,15.
Zählt eine Luftschicht beim U-Wert mit?
Eine ruhende, nicht belüftete Luftschicht ja: ab 25 mm Dicke etwa 0,18 m²K/W in einer Wand (DIN EN ISO 6946, Tabelle 8). Eine stark belüftete Luftschicht, etwa hinter einer hinterlüfteten Fassade, zählt nicht – sie und alles außerhalb davon wird weggelassen.
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Quellen
- ISO 6946:2007, Leseprobe – Tabelle 1 Wärmeübergangswiderstände (Rsi 0,10 / 0,13 / 0,17, Rse 0,04) und Tabelle 2 ruhende Luftschichten (englisch)
- Kalksandstein-Planungshandbuch, Kap. 10 Winterlicher Wärmeschutz – Bemessungswerte λ nach DIN 4108-4 und DIN EN ISO 10456, Wärmeübergangswiderstände gegen unbeheizte Räume
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher GEG), Anlage 7 – Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei Änderung bestehender Gebäude
- GModG § 37 – Berechnung des U-Werts nach DIN 4108-4 und DIN EN ISO 6946
- England: Approved Document L, Band 1, Ausgabe 2021 mit Änderungen 2023, Tabellen 4.1–4.3 (englisch)
- Niederlande: Besluit bouwwerken leefomgeving (Bbl), Art. 4.152 und 5.20 – Rc-Mindestwerte (niederländisch)
- Frankreich: Arrêté vom 3. Mai 2007, Artikel 3 – Mindest-R je Bauteil bei Sanierung (Légifrance, französisch)
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