Wie viele Solarmodule brauche ich? So nutzen Sie den Rechner
- 1Geben Sie Ihren Stromverbrauch pro Monat ein – am besten den Jahresverbrauch der Stromrechnung ÷ 12.
- 2Wählen Sie die Sonne an Ihrem Standort oder tragen Sie die Volllaststunden aus PVGIS ein.
- 3Prüfen Sie Leistung und Fläche eines Moduls auf dem Datenblatt.
- 4Tragen Sie den Preis pro kWp aus dem Angebot und Ihren Strompreis ein, um Ersparnis und Amortisation zu sehen, und schalten Sie bei Bedarf den Speicher ein.
PV-Anlage berechnen: Formel für kWp, Module und Ertrag
- 01Ertrag pro kWp und Jahr = Volllaststunden × 365 × (1 − Verluste)
- 02Anlagengröße (kWp) = Jahresverbrauch × Anteil ÷ Ertrag pro kWp
- 03Module = kWp × 1.000 ÷ Wp pro Modul, aufgerundet
- 04Jahresertrag = Module × Wp ÷ 1.000 × Ertrag pro kWp
- 05Amortisation (Jahre) = Anlagenpreis ÷ Ersparnis pro Jahr
- 06Speicher (kWh Nennkapazität) = Tagesverbrauch × Tage ÷ nutzbarer Anteil
Volllaststunden ("Peak Sun Hours") sind die Stunden pro Tag mit voller Einstrahlung von 1.000 W/m², über das Jahr gemittelt. In Deutschland sind es etwa 3,4 Stunden: 1 kWp erzeugt dann nach 15 % Verlusten rund 1.050 kWh im Jahr – so viel nennt PVGIS für Berlin bei optimaler Südausrichtung. Dächer nach Osten oder Westen erzeugen weniger. Den gewünschten Ertrag durch diesen Wert geteilt ergibt die Anlagengröße.
Module gibt es nur ganz, deshalb wird auf das nächste Modul aufgerundet, und die Anlage erzeugt etwas mehr als nötig. Der echte Ertrag schwankt mit dem Wetter und ist im Winter viel kleiner als im Sommer: Auch eine Anlage, die übers Jahr 100 % deckt, kauft im Winter Strom zu und speist im Sommer ein.
Rechenbeispiel Einfamilienhaus
Ein Haushalt mit 350 kWh pro Monat (4.200 kWh im Jahr) bei 3,4 Volllaststunden erzielt nach 15 % Verlusten 1.055 kWh pro kWp und Jahr.
Um 100 % des Verbrauchs zu erzeugen, braucht er 10 Module mit 430 Wp – eine Anlage mit 4,3 kWp, die etwa 4.536 kWh im Jahr auf 19,5 m² Dachfläche erzeugt.
Tipps vor dem Kauf
- Nehmen Sie den Jahresverbrauch von der Stromrechnung, nicht einen einzelnen Monat – sonst wird die Anlage zu groß oder zu klein.
- Eine Wärmepumpe oder ein E-Auto erhöht den Verbrauch stark: Rechnen Sie ihn gleich mit ein, ein späteres Erweitern ist teurer.
- Ein Balkonkraftwerk (bis 800 W Wechselrichterleistung) ist kein Ersatz für eine Dachanlage, deckt aber gut den Grundverbrauch tagsüber.
- Lassen Sie sich in jedem Angebot den erwarteten Jahresertrag in kWh nennen, nicht nur die kWp, und vergleichen Sie ihn mit diesem Rechner.
Häufige Fragen
Wie viele Solarmodule brauche ich für ein Einfamilienhaus?
Jahresverbrauch ÷ Ertrag pro kWp ergibt die kWp, geteilt durch die Wp eines Moduls. Ein Haushalt mit 4.200 kWh im Jahr braucht in Deutschland bei rund 1.050 kWh pro kWp etwa 4 kWp – 10 Module mit 430 Wp. Bei einem Ost-West-Dach rechnen Sie mit 10–20 % mehr Modulen.
Wie viel Strom erzeugt 1 kWp im Jahr?
Etwa Volllaststunden × 365 × (1 − Verluste): in Deutschland und den Niederlanden rund 1.000–1.070 kWh bei guter Südausrichtung (PVGIS: Berlin 1.053, Amsterdam 1.027), in Frankreich etwa 1.100–1.300 kWh, in Südeuropa mehr. Ausrichtung, Neigung und Schatten ändern den Wert – PVGIS rechnet ihn für Ihre Adresse.
Wie viel Dachfläche braucht eine PV-Anlage?
Anzahl der Module × Fläche eines Moduls: etwa 1,95 m² bei 430 Wp, also rund 4,5–5 m² pro kWp. Dazu kommen die Abstände zum Dachrand und zu Brandwänden, die der Installateur einhalten muss.
Wie groß sollte der Batteriespeicher sein?
Tagesverbrauch × gewünschte Tage ÷ nutzbarer Anteil. Bei 11,5 kWh pro Tag und einem Tag Reserve sind es 11,5 kWh nutzbar, also etwa 12,8 kWh Nennkapazität bei Lithium. Für reinen Eigenverbrauch über Nacht reicht oft ein Speicher von etwa 1 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch.
Wann rechnet sich eine Photovoltaikanlage?
Anlagenpreis ÷ Ersparnis pro Jahr. Nach dem Preisindex der Verbraucherzentrale NRW (Angebote 2025–26) kosten Anlagen mit 6–8 kWp etwa 1.820 € pro kWp und mit 10–12 kWp etwa 1.290 € pro kWp; seit 2023 gilt für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden 0 % Mehrwertsteuer. Eingespeister Strom wird deutlich geringer vergütet als der Strompreis (aktuelle Sätze: Bundesnetzagentur), daher zählt vor allem der Eigenverbrauch.
Quellen
- EU-Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle – PVGIS, Ertrag einer PV-Anlage für jede Adresse in Europa
- Weltbank / Solargis – Global Solar Atlas, Solarpotenzial nach Standort
- PVWatts, National Laboratory of the Rockies (früher NREL) – Standardwert 14 % Systemverluste ohne Wechselrichter und Wärme
- Bundesnetzagentur – Marktstammdatenregister, Anmeldung von PV-Anlagen
- Verbraucherzentrale – Was kostet eine Photovoltaikanlage? Preisindex aus echten Angeboten 2025–26
- Bundesnetzagentur – aktuelle EEG-Vergütungssätze für Solaranlagen
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