Wie bestimme ich die Dachneigung? So nutzen Sie den Rechner
- 1Wählen Sie, was Sie kennen: Höhe und waagerechte Länge, Höhe und Spannweite oder den Winkel.
- 2Geben Sie die Maße ein. Auch eine mit der Wasserwaage gemessene Neigung funktioniert: Stellen Sie die Felder auf Zentimeter und geben Sie die Höhe auf 100 cm waagerechter Länge ein – oder auf Zoll und die Höhe auf 12 in.
- 3Für die Sparrenlänge nehmen Sie die volle waagerechte Länge (bei einem einfachen Satteldach die halbe Gebäudebreite) und addieren den Dachüberstand, falls es einen gibt.
- 4Lesen Sie die Neigung in Grad, in Prozent und als x in 12 ab und sehen Sie in der Tabelle üblicher Dachneigungen nach, wo sie liegt.
Dachneigung berechnen: die Formel
- 01US-Neigung (x in 12) = Höhe ÷ waagerechte Länge × 12
- 02Winkel = arctan(Höhe ÷ waagerechte Länge)
- 03Neigung in % = Höhe ÷ waagerechte Länge × 100
- 04Neigungsfaktor = √(1 + (Höhe ÷ waagerechte Länge)²)
- 05Sparrenlänge = (waagerechte Länge + Dachüberstand) × Neigungsfaktor
Neigung, Gefälle und Winkel sind drei Arten, dasselbe auszudrücken. In den USA und Kanada wird die Neigung als Zoll Höhe pro 12 Zoll waagerechter Länge angegeben – ein 6/12-Dach steigt pro Fuß um 6 in. In Großbritannien und im übrigen Europa gibt man meist den Winkel in Grad an, auf Plänen ist auch Prozent üblich. Ein 6/12-Dach hat 26,6° oder 50 %, ein 12/12-Dach 45° oder 100 %.
Die waagerechte Länge wird von der Außenseite der Wand bis zur Mittellinie des Firsts gemessen – bei einem einfachen Satteldach die halbe Spannweite. Der Neigungsfaktor sagt, um wie viel die Dachschräge länger ist als ihre waagerechte Länge: Ein Sparren bei 6/12 ist 1,118-mal so lang wie seine waagerechte Länge. Multiplizieren Sie waagerechte Länge plus Dachüberstand mit dem Faktor, um die Sparrenlänge zu erhalten. Mit demselben Faktor wird aus der Grundfläche eines Dachs seine tatsächliche Dachfläche.
Die Neigung entscheidet, welche Dachdeckung möglich ist. Der US-Dachdeckerverband NRCA nennt Dächer mit 3/12 oder flacher flach geneigte Dächer (low-slope); der US-amerikanische IRC erlaubt Bitumenschindeln erst ab 2/12, bis 4/12 mit doppelter Unterlagsbahn; und die US-Arbeitsschutzbehörde OSHA behandelt Dächer steiler als 4/12 als Steildächer, auf denen eine Absturzsicherung nötig ist. In Deutschland nennen die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks und die Hersteller für jede Deckung eine Regeldachneigung – die untere Neigungsgrenze, ab der die Deckung ohne Zusatzmaßnahmen als regensicher gilt.
Rechenbeispiel: Dachneigung
Ein Dach, das auf 4 m waagerechter Länge um 3 m ansteigt, hat eine Neigung von 36,9° bzw. 75 % – in der US-Angabe 9 in 12.
Mit 500 mm Dachüberstand ist jeder Sparren entlang der Dachschräge 5,63 m lang (Neigungsfaktor 1,25), vor dem Zuschnitt.
Tipps vor dem Kauf
- So messen Sie die Neigung vom Dachboden aus: Halten Sie eine Wasserwaage waagerecht an die Unterseite eines Sparrens, markieren Sie auf der Wasserwaage 100 cm (oder 12 in) und messen Sie von dort senkrecht nach oben bis zum Sparren. Die Zentimeter auf 100 cm sind direkt die Neigung in Prozent; die Zoll auf 12 in ergeben die US-Angabe.
- Smartphone-Apps und Winkelmesser zeigen Grad an. Wählen Sie „Winkel in Grad“, um daraus Prozent und x in 12 zu machen.
- Prüfen Sie vor dem Kauf die Mindestneigung der gewünschten Deckung – in Deutschland die Regeldachneigung. Schindeln, Dachziegel, Schiefer und Metallbleche haben jeweils eigene Werte.
- Der Dachflächenrechner macht mit der Neigung aus der Grundfläche eines Dachs die tatsächliche Dachfläche, samt Squares und Schindelpaketen.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Dachneigung?
Teilen Sie die Höhe durch die waagerechte Länge. Mal 100 ergibt die Neigung in Prozent, der Arkustangens davon den Winkel in Grad: Ein Dach, das auf 4 m um 3 m ansteigt, hat 3 ÷ 4 = 0,75, also 75 % oder arctan(0,75) = 36,9°. Für die US-Angabe multiplizieren Sie mit 12: Ein Dach, das auf 12 ft um 4 ft ansteigt, hat 4/12.
Wie viel Grad hat eine Dachneigung von 6/12?
26,57°. Weitere übliche Neigungen: 4/12 sind 18,43°, 8/12 sind 33,69°, 10/12 sind 39,81° und 12/12 sind 45°. Die Tabelle unter den Ergebnissen listet alle Neigungen von 1/12 bis 12/12.
Welche Mindestneigung brauchen Schindeln?
Nach dem US-amerikanischen IRC brauchen Bitumenschindeln mindestens 2/12, zwischen 2/12 und 4/12 mit doppelter Unterlagsbahn. Außerhalb der USA und für Dachziegel, Schiefer oder Metall gilt die Mindestneigung des Herstellers – in Deutschland die Regeldachneigung nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks.
Was gilt als flach geneigtes Dach oder Flachdach?
Der NRCA zählt Dächer mit 3/12 (etwa 14°) oder weniger als flach geneigt (low-slope); sie brauchen Abdichtungsbahnen oder andere Systeme für flache Neigungen. Auch ein „Flachdach“ braucht ein kleines Gefälle, damit das Wasser abläuft.
Wie rechne ich die Dachneigung in Prozent um?
Teilen Sie die Höhe durch die waagerechte Länge und multiplizieren Sie mit 100. Ein 6/12-Dach hat 6 ÷ 12 × 100 = 50 %, ein 45°-Dach 100 %. Von Grad nach Prozent rechnen Sie tan(Winkel) × 100 – 30° sind also 57,7 %.
Wie lang sind die Sparren meines Dachs?
Addieren Sie den waagerechten Dachüberstand zur waagerechten Länge (bei einem einfachen Satteldach die halbe Gebäudebreite) und multiplizieren Sie mit dem Neigungsfaktor. Für ein 8 m breites Haus mit 30° Neigung und 50 cm Dachüberstand: (4 + 0,5) × 1,155 = 5,20 m, vor dem Zuschnitt. Für ein 24 ft breites Haus mit 6/12 und 18 in Überstand: (12 + 1,5) × 1,118 = 15,09 ft. Sparrenquerschnitte müssen aus Bemessungstabellen oder von einem Tragwerksplaner kommen.
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Quellen
- US IRC R905.2.2: Neigung für Bitumenschindeln (ICC)
- NRCA / Professional Roofing: flach geneigte Dächer (low-slope) haben 3 in 12 (14°) oder weniger
- OSHA 29 CFR 1926.500: ein Steildach hat eine Neigung von mehr als 4 in 12
Formeln zuletzt geprüft: 30. September 2026 ·So prüfen wir unsere Formeln